Fürchterlich

Fürchterlich

Ich sage immer wieder fürchterlich.
Würde ich es nicht sagen, wäre es eine Lebenslüge.
Das Fürchterliche ist ja in seiner Natur etwas furchterregendes, wir lesen ja das Wort "Furcht" aus dem Wort heraus.
Und Furcht ist das Zügel der Menschheit, nur so kann man uns bändigen.
Stellen sie sich vor es gäbe nichts fürchterliches, es wäre also alles wunderbar, wo kämen wir da hin ?
Stellen sie sich vor, und das ist für einen Mitteleuropäer ja kaum vorstellbar, es gäbe immer nur schönes Wetter. Niemals ein fürchterliches "Sauwetter".

Das würde unsere ganze Natur verändern, wir würden plötzlich andere Häuser bauen, anders mit unsern Vorräten umgehen, unser Arbeitsmoral würde sich in einen Null Komma Prozentbereich senken.

Aber so nun ist es fürchterlich. Du musst dir daher ein Häuschen bauen, was fürchterlich viel kostet, du musst also fürchterlich viel Arbeiten um die fürchterlichen Schulden abzubezahlen.

Das Häuschen selbst bereitet dir seinerseits wieder fürchterlich viel Arbeit, der Garten wuchert fürchterlich, wegen dem der Botanik zuträglichen Klima.

Den Kindern, die gezwungen sind daheim zu sitzen ist fürchterlich langweilig, sie sind fürchterlich laut, sie tollen fürchterlich umher.

Aber sagen wir nun all diese Fürchterlichkeiten gäbe es nicht, nehmen wir an es würden plötzlich schlaraffenlandartige Zustände herrschen, ... auch fürchterlich !

Nichts zu tun den ganzen Tag. Jede Sekunde würde sich fürchterlich langsam anfühlen,
fürchterlich taube Todeslangeweile würde sich in Leib und Geist ausbreiten.
Wir müssten ein Zwischenstadion finden. Ein Stadion vor dem wir uns nicht zu fürchten bräuchte, perfekte Dosierung einer jeden Tätigkeit, in absoluter Balance mit der Umwelt.

Sprich Mitmensch, Natur, usw.
Aber werden wir das jetzt finden können ?
Die Aussicht ist wohl eher trist und das ist fürchterlich. Weil wir werden bei dem
grundsätzlich Fürchterlichen bleiben müssen, uns damit abfinden.
Vielleicht es im Kopf durch andere Adjektive in unserer subjektiven Wahrnehmung substituieren.
Aber ist es nicht fürchterlich ? Warum müssen uns etwas einreden damit wir nicht denken es ist fürchterlich ?
Ja es ist fürchterlich. Ja der frisch geborene Mensch sollte sich fürchten vor diesem Fürchterlichen dass ihn da erwartet, nachdem er seinen ersten fürchterlichen Moment - die Geburt in einen kalte Welt- hinter sich hat.

Ja und so sage ich es wie es ist - es ist fürchterlich.

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Hell@Klagenfurt

Diese Kolumne schreibe ich im Beachvolleyball-Stadion Klagenfurt, in aller Herrgottsfrühe. Was sich mir grade die Gehirnwindungen entlanggefräst hat waren die Bilder des Kriegszustandes, der totalen Verwüstung rund um das Stadion. Unglaublich, so was! In allen erdenklichen Positionen schlafende Menschen, an Verkehrsschilder angelehnt, am Seeufer am nackten Asphalt, in halb eingerissenen Zelten, auf Bierbänken, in den braunen Suppen vor den Dixie-Klos. Dreck, Schmutz, leere Bierdosen- und Flaschen, Kondome, Partyflyer und Klopapier.

Man möchte meinen der IQ der hier Gewüteten würde den einer einfachen Schuhsohle nicht übersteigen. Und doch wird aus vielen oder zumindest manchen dieser sich grenzdebil gebärdenden Hornochsen später mal was. Manche werden Abteilungsleiter, ordentliche Handwerker, Grafiker, Unternehmer, manche studieren irgendwann fertig und werden Arzt oder Jurist oder sonst was. Manche auch nur Finanzdienstleister, aber immerhin.

Also mal alles unter Jugendsünden abstempeln und weiter im Text. Schließlich gehört es ja auch mal dazu, sein Alltags-Ich hinter sich zu lassen und nicht immer gleich an die vielen, vielen Regeln des Alltagslebens denken zu müssen. Sehen wir das alles an einen Riesenzirkus, der sich in einer alltagsresistenten Spaßseifenblase abspielt. In diesem Sinne ist das alles hier ein Riesenspaß, auch wenn dies ja keine Ermunterung sein soll, einer beliebigen Sicherheitsbeamtin ins Gesicht zu rülpsen (ja, selbst gesehen).

In diesem Sinne: That's the way - aha aha - I like it!
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Ein Donnerwetter

Ein Donnerwetter

Gestern war bei uns ein Donnerwetter, wie man in Österreich so sagt.
Das ist auf Deutsch, Unwetter. Das hatten wir. Es war am Abend, aber ich konnte es im Kopf schon beim Aufstehen spüren, es kündigte sich da bereits an. Am Nachmittag noch am See meines Vertrauens und schnell heim mit dem Moped.
Man soll ja so gewisse Sachen während so eines Donnerwetters nicht machen, z.B. das was ich tat: duschen.
Wenn der Blitz ins Haus fährt grillt es dich in der Dusche. Ok, ich habs riskiert, ich meine es soll ja Leute geben die nehmen ein Vollbad während so eines Gewitters. Die Steigerung wäre mit einem Sonneschirm, dessen Gestell aus Metall ist natürlich, aufs Dach zu klettern und den Menschen die unten vorbeihuschen zuzuwinken. Da bist sicher dran. Aber duschen geht ja noch, Risikostufe eins.
Jedenfalls hab ich gerechnet: wenn es blitzt dann kommt der Donner verzögert. Wir kombinieren spitzfindig, daß, und das wissen wir, das Licht schneller als der Schall ist. Schall so 1200 km/h und Licht 300000 km/sek., ziemlicher Unterschied also. Also wenn es blitzt dann zählen ... 1,2,3 ... Wenn der Schall also in einer Sekunde 330 m zurücklegt dann ist der Gewitterherd noch einen 1 km weg. Sie können also noch ruhig duschen, Kopfwaschen müßte sich auch ausgehen. Diese Angaben sind natürlich ohne Gewähr, ich will ihnen da ja nichts einreden.
Jedenfalls als Kind wurde mir ja von der Oma noch gesagt ich soll da nicht in den Blitz schauen, da wird man blind !
Ok. Da hast du natürlich eine Angst als Kind, man will ja nicht schon bevor man in die Schule kommt blind werden.
Es hieß auch immer, nie mit dem Fahrrad weiterfahren und flach auf den Boden legen wenn man von einem Gewitter überrascht wird.
In den Bergen solls ja bei einem Unwetter schlimm zugehen. Da ist es echt gefährlich. Viele Kühe werden da jedes Jahr vom Blitz erschlagen. Wußten sie daß man so einer toten Kuh dann in den Magen stechen soll ? Ja, weil der Mageninhalt noch weiter gärt und sich die Kuh dann aufblähen würde und es sie zerreißt. Ohne Scherz.
Das sagen die Leute so.
Dann war das Gewitter wieder vorbei.
Ich konnte es spüren, der Kopf war leichter. Die Luft draußen war frisch. Ein tiefer Atemzug, ein Seufzer. So Gewitter haben schon auch etwas gutes an sich.

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Der Weltrekordversuch von BedsonsforBeds in der Disziplin Matrazen-Domino. Was es nicht alles gibt!

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